Gemeindewappen

Wie Reutigen zu seinem neuen Wappen kam.

Auf Grund der Fusion wird auch ein neues Wappen fällig. Die Wappenfindungskommission wurde Anfang des Jahres gegründet. Seitens Gemeinderat sind Marco Meister als Ressortvorsteher und Gabi Cebulla gesetzt. Aus der Bevölkerung haben sich vier Personen gemeldet.


Die Sonderkommission Wappenfindung hat an insgesamt 7 Sitzungen 63 Vorschläge besprochen. Der Gemeindeversammlung wurden drei Wappen zur Abstimmung vorgeschlagen.

Gewählt wurde das Wappen mit folgender Beschreibung: Die Farbe Blau wurde vom alten Reutiger Wappen übernommen. Die gelben Wellen-Linien symbolisieren die beiden Gemeinden mit den Glütschbach dazwischen. Die weisse Brücke symbolisiert die Brücke, das Tor zum Simmental. Der gelbe Stern als 5- Zack kann als "Menschen" mit Füssen, Händen, einem Kopf gesehen werden. Das heisst: Von beiden Gemeinden kommt je eine Hälfte und sie schmelzen zusammen und gemeinsam gehen wir nach vorne.

Gemeindewappen


Erläuterung zum ehemaligen Wappen von Zwieselberg:

Das Wappen wurde 1926 geschaffen. Der Dreiberg ist redend, die Burg stammt aus dem Wappen des einstigen Amtsbezirkes Niedersimmental, die Rosen aus dem Amtsbezirk Seftigen und der Stern aus dem Wappen der Stadt Thun.

 

Erläuterung zum ehemaligen Wappen von Reutigen:

1925 erhielt der damalige Gemeindeschreiber Friedrich Kernen aus St. Gallen folgende Anfrage: "Stimmt Euer Wappen: Grundfarbe silber, grüner Hügel mit grünem Ahorn mit grauem Stamm?". Antwort des Gemeindeschreibers Kernen: "Ich habe von einem Wappen noch nie etwas gehört! Im Archiv ist nichts vorhanden."

1935 beschloss der Gemeinderat einstimmig das Wappen des Hans Schütz als Wappen zu führen.

1936 wird dieser Entschluss dem Staatsarchiv in Bern mitgeteilt.

1945 wird das Wappen von der Gemeindeversammlung genehmigt.

Das Reutiger-Wappen: Familienwappen von Hans Schütz

Im 15. Jahrhundert lebte in Bern eine geachtete und berühmte Persönlichkeit mit Namen Hans Schütz. Im Jahr 1472 kaufte er die Herrschaft Stocken und 1478 die Hälfte der Herrschaftsrechte von Reutigen. Als sich 1480 die Kirche Reutigen von Wimmis und somit von der Abtei Selz lösen konnte und zur eigenen Kirchgemeinde erhoben wurde, setzte sich Herrschaftsherr Hans Schütz durch Stiftung eines neuen Taufsteines ein Denkmal. Dem Taufstein liess er sein Familienwappen anbringen.

Hans Schütz
Von 1435 bis 1480 sass er fast ununterbrochen im grossen Rat, mehrmals auch während dieser Zeit im kleinen Rat; von 1458 - 1462 war er Salzherr, 1449 - 1454 amtete er neben Thüring v. Ringoltingen als Kirchenpfleger und führte in dieser Zeit das St. Vinzenen-Schuldbuch. Der einfache "Grämper" war unterdessen zum begüterten Handelsmann geworden, der es sich nun auch nicht nehmen lassen wollte, seinen privaten Teil zu dem offiziell seiner Pflege anvertrauten Werke der Ausschmückung und Vollendung des St. Vinzenenbaus beizutragen: 1448 bis 1449 wurde der St. Gregor-Altar, seine Stiftung, im Berner Münster errichtet. Die Kapelle entbehrt heute jeglichen Schmuckes aus der Zeit ihrer Entstehung, bis auf den einfachen Schild als Abschluss des Gewölbes, das in kräftiger Modellierung, heute grau in grau, das Zeichen des Stifters und seiner Frau (heutiges Reutiger-Wappen) enthält.

Quellen
Bericht des archäologischen Dienstes

Schriftstück aus dem Zeitraum 1900 (genaues Jahr ist leider nicht überliefert) mit dem Titel "Das Wappen der bernischen Familie Schütz", sign. mit K. G. S aus dem Gemeindearchiv

Gemeindeversammlungsprotokoll vom 2. Juni 1945